Mit 31 Unterwasser-Skulpturen entsteht vor der Südwestküste Saint Lucias ein außergewöhnlicher Erlebnisraum, der Kunst, Geschichte, kulturelles Erbe und Meeresschutz miteinander verbindet. Das Projekt "Below Saint Lucia" setzt auf die Verbindung von touristischer Attraktion, gesellschaftlicher Erinnerungskultur und ökologischer Verantwortung. Zugleich zeigt es, wie sich eine Destination über immersive Erlebnisse und die aktive Beteiligung ihrer Bevölkerung neu inszenieren kann.
Saint Lucia erweitert im Winter 2026 sein touristisches Angebot um eine neue Attraktion: Mit "Below Saint Lucia" entsteht in Anse La Verdure an der Südwestküste der Karibikinsel ein Unterwasser-Skulpturenpark, der die Geschichte und Identität des Inselstaates unterhalb der Wasseroberfläche erfahrbar macht.
Insgesamt 31 Skulpturen erzählen von Menschen und Ereignissen, die Saint Lucia geprägt haben. Dabei verbindet das Konzept kulturelle Wissensvermittlung mit einem ungewöhnlichen räumlichen Erlebnis und dem Anspruch, zum Schutz der Meeresumwelt beizutragen.
Der von DeepBlueSea entwickelte Dive Park in Anse La Verdure richtet sich an zertifizierte Taucher und bildet den ersten Abschnitt eines geplanten Unterwasser-Skulpturen-Korridors. Neben dem Dive Park umfasst das Gesamtkonzept einen Snorkel Park sowie einen Conservation Park. Mit dem neuen Erlebnisangebot ergänzt Saint Lucia seine bereits bestehenden 22 Tauchspots rund um die Insel.
Sieben Unterwasser-Areale erzählen die Geschichte einer Nation
Das Herzstück von Below Saint Lucia bildet eine Sammlung von 31 Unterwasserskulpturen. Sie würdigen Persönlichkeiten und Gemeinschaften, deren Mut, Weitblick und Engagement die gesellschaftliche, kulturelle und politische Entwicklung des Inselstaates maßgeblich beeinflusst haben. Dazu gehören Menschen, die sich für die Abschaffung der Sklaverei einsetzten, Kriegsveteranen, bedeutende Unternehmer, Bewahrer des kulturellen Erbes sowie lokale Führungspersönlichkeiten.
Die Sammlung ist in sieben Unterwasserareale gegliedert. Besucher erleben eine historische Reise, die von den ersten Siedlern über die Kolonialkonflikte, die Zeit der Versklavung, den Widerstand und die Emanzipation bis hin zur Entstehung des modernen Inselstaates reicht. Zu den dargestellten Persönlichkeiten gehört Dame Pearlette Louisy, die ehemalige und bislang am längsten amtierende Generalgouverneurin Saint Lucias. Sie ist zugleich die einzige noch lebende Nationallegende, die in der Sammlung vertreten ist. Ihre Skulptur bildet den Abschluss des historischen Rundgangs und würdigt ihre langjährigen Verdienste im öffentlichen Dienst sowie ihren nachhaltigen Beitrag zur Entwicklung des Landes. Auch die beiden Nobelpreisträger Sir Arthur Lewis und Sir Derek Walcott sind mit eigenen Skulpturen vertreten.
Die Besonderheit des Ausstellungskonzepts liegt nicht allein in ihrem ungewöhnlichen Standort. Die Unterwasserwelt wird selbst zum Bestandteil der Inszenierung. Anders als in einem klassischen Museum erschließen sich die Besucher die historischen Inhalte durch die körperliche Bewegung im Wasser. Der Tauchgang wird damit zu einer räumlichen und sinnlichen Begegnung mit der Geschichte des Landes.
Prinzip Partizipation: Die Bevölkerung gestaltet ihre eigene Geschichte mit
Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist die Einbindung der lokalen Bevölkerung in die Entwicklung der erzählten Inhalte. Den Grundstein dafür legte das Tourismus-Ministerium im Jahr 2025 mit einem nationalen Storyboard-Wettbewerb. Künstler und Kreative aus den Gemeinden der Insel waren eingeladen, ihre Ideen, Perspektiven und Interpretationen der Geschichte und des kulturellen Erbes Saint Lucias einzubringen. Ihre Beiträge dienten als Grundlage für die Gestaltung der Skulpturen.
Damit verfolgt Below Saint Lucia einen Ansatz, der über die touristische Präsentation der Insel hinausgeht. Die Menschen vor Ort sollen aktiv mitbestimmen können, wie ihre Geschichte erzählt, ihre kulturelle Identität sichtbar gemacht und ihr Erbe für kommende Generationen bewahrt wird. Aus der Perspektive der Erlebnisgestaltung ist dieser partizipative Ansatz besonders relevant. Die Bevölkerung wird nicht lediglich zum Gegenstand einer touristischen Erzählung, sondern wirkt an deren Entwicklung mit. So soll eine Form des kulturellen Storytellings entstehen, die sich auf lokale Perspektiven stützt und zugleich für internationale Besucher zugänglich ist.
Touristische Entwicklung durch kulturell verankerte Erlebnisse
Für Hon. Dr. Ernest Hilaire, Minister für Tourismus, Handel, Investitionen, Kreativwirtschaft, Kultur und Kulturerbe, steht Below Saint Lucia beispielhaft für die künftige Entwicklung des Tourismus auf der Insel:
"Below Saint Lucia zeigt auf spannende Weise, wie wir unser touristisches Angebot weiter diversifizieren und zugleich Erlebnisse schaffen können, die tief in unserer Bevölkerung, unserer Geschichte und unserer natürlichen Umwelt verwurzelt sind. Die Attraktion bietet einen weiteren Anlass, unsere Unterwasserwelt zu erkunden und gleichzeitig die Geschichten kennenzulernen, die unsere Nation geprägt haben. Dabei wird auch die Beteiligung der lokalen Gemeinschaften eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung und dem Betrieb des neuen Unterwasser-Skulpturenparks spielen."
Unterwasserkunst als Beitrag zum Meeresschutz
Neben der kulturellen Bedeutung spielt bei dem Projekt der Schutz der Meeresumwelt eine zentrale Rolle. Die Skulpturen sind so konzipiert, dass sie zugleich als künstliche Riffstrukturen dienen und damit das Wachstum von Korallen sowie die marine Artenvielfalt fördern können. Darüber hinaus soll der Park das Bewusstsein für die Bedeutung gesunder Meeresökosysteme stärken. Besucher erhalten die Gelegenheit, sich mit dem Schutz der Ozeane, einem verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen und der Widerstandsfähigkeit gegenüber den Folgen des Klimawandels auseinanderzusetzen.
Ob und in welchem Umfang die künstlichen Riffstrukturen tatsächlich zur Korallenentwicklung und Artenvielfalt beitragen, wird sich allerdings erst anhand ihrer langfristigen ökologischen Wirkung beurteilen lassen. Für die Erlebnisdramaturgie ist die Verbindung bereits im Konzept angelegt: Die Besucher begegnen nicht nur den Geschichten der Menschen, sondern zugleich einem Naturraum, dessen Schutz selbst Teil der vermittelten Botschaft ist.
Weitere Informationen zu dem Projekt bietet die offizielle Website www.belowsaintlucia.org (aktuell noch im Aufbau / Stand 14.10.2026) sowie der Instagram-Auftritt unter www.instagram.com/belowsaintlucia.
Wissenswertes über Saint Lucia:
Saint Lucia liegt in der östlichen Karibik und ist die einzige Nation der Welt, die den Namen einer Frau trägt. Die Insel ist geprägt von tropischen Regenwäldern, Wasserfällen, heißen Schwefelquellen und den weltberühmten Pitons, die zum UNESCO-Weltnaturerbe zählen. Zu den kulturellen Veranstaltungen gehören das Saint Lucia Jazz & Arts Festival, der Lucian Carnival und der Creole Heritage Month. Weitere touristische Erlebnisse bieten die mineralreichen Schlammbäder im Sulphur Springs Park und die jahrhundertealte Schokoladenkultur. Als mehrfach ausgezeichnete World’s Leading Honeymoon Destination steht Saint Lucia zudem für romantische Rückzugsorte, Naturabenteuer und kulturelle Entdeckungen. Olympiasiegerin Julien Alfred repräsentiert die Insel als Tourism Ambassador.
Titelbild: Eine Skulptur des Unterwasserkunst-Projektes Below Saint Lucia (Copyright: Ronald Raoul / Below Saint Lucia)

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Zusammenfassung (Abstract):
Mit Below Saint Lucia entsteht im Winter 2026 ein Unterwasser-Skulpturenpark vor der Südwestküste der Karibikinsel. 31 Skulpturen in sieben Ausstellungsräumen erzählen die Geschichte des Inselstaates und verbinden kulturelles Erbe mit Tauchtourismus und Meeresschutz. Das von DeepBlueSea entwickelte Projekt setzt auf die Beteiligung der lokalen Bevölkerung und eine immersive Vermittlung nationaler Identität. Below Saint Lucia zeigt, wie Destination Marketing durch ortsbezogenes Storytelling, Partizipation und ökologische Verantwortung neue Erlebnisqualitäten entwickeln kann.







