BU: Tindern im Badischen Landesmuseum (Quelle: KTG Karlsruhe Tourismus GmbH | Fotograf: ARTIS - Uli Deck)
10. Mai 2021Autor: eventmasterbook – Magazin (Redaktionsteam)

Gamification Tindern im Museum – Lockdown beflügelt Karlsruher Kultur-Events

Was hat Tindern mit der Karlsruher Kultur zu tun? Ein "Game Lab" in Kooperation mit dem Humboldt-Forum hat eine App der ganz besonderen Art entwickelt, die nach dem Lockdown für neue Kunst- und Kulturerlebnisse sorgt.

Mit der "Ping" App können User nach dem Tinderprinzip ("was nicht gefällt, wird weggewischt") Objekte des Badischen Landesmuseum wählen und mit ihnen kommunizieren. Aus Skulpturen, Bildern und sogar Grabsteinen werden dann plötzlich lebendige Persönlichkeiten, sagt Dr. Johannes Bernhardt, Digital Manager des Landesmuseums. Die Kunst- und Kulturobjekte sind in der Lage mit den Museums-Tindern zu "reden" (in Form eines schriftlichen Dialogs). Gamification, d.h. die spielerische Art, Informationen zu vermitteln, liegt voll im Trend.

Mehr als 40 Autor*innen, darunter auch Laien aus den Reihen des Bürgerbeirates, ersannen und schrieben für jeden Ping-Match kreative Dialoge, inspiriert durch Projektleiterin Christiane Lindner. Da kommandiert z.B. ein Centurio der römischen Armee seinen Grabstein: "Sag mir die Antwort, oder gib mir 100 Liegestütze!" Die Tinderaner haben dann die Wahl zwischen zwei oder drei Antworten. So entwickelt sich kein Dialog wie der andere. Ohne es wirklich zu bemerken, tanken die Date-Teilnehmer*innen dabei frisches Wissen. Und wenn einem "Objekt" ein Date nicht passt, kickt es den User (vielleicht noch schneller als bei einem realen Date) einfach raus. Peng statt Ping!

In Zeiten des Lockdowns wurden in Karlsruhe bereits zahlreiche digitale Kultur-Events auf die Beine gestellt. So hatte die Kunsthalle einen in Deutschland "unbekannten Bekannten" aus ihren Sälen erfolgreich auf Youtube-Tour geschickt: François Boucher. Der Blick auf das Schaffen dieses französischen Malers des Rokokos sei "seltsam verstellt" und weckte Neugier. Bislang mehr als 4.000 Klicks beweisen: der Bekannte wird nicht mehr lange unbekannt bleiben.

Im Naturkundemuseum, wo sonst z.B. das Erlebnis "Auge in Auge mit einem Hai" für Gänsehaut sorgte, vor dem Corona-Lockdown nur getrennt durch eine Aquariums-Glaswand, wurden neue Erlebnisse in die digitale Welt transportiert. Das Angebot "Nachgefragt", bei dem Wissenschaftler*innen Fragen von Onlinern beantworten, löste ein bundesweit hallendes Medien-Echo aus. Mittlerweile werden auch Onlineführungen für Schulklassen durch das Museum via Smartphone angeboten.

Die KTG Karlsruhe Tourismus GmbH zieht ein positives Fazit:
Statt Stillstand hat die Pandemie in der Karlsruher Kultur wahre "Kreativ-Explosionen" verursacht. Zwar finden die Mitwirkenden den Lockdown trotzdem "Mist!" (…O-Ton einer Gesprächspartnerin). Aber laut der KTG sind sich alle Beteiligten einig, dass das, was sie in dieser Zeit über die Chancen und Möglichkeiten digitaler Kultur-Konzepte gelernt haben, die Pandemie weit überdauern und das Kulturangebot völlig neu aussehen und wirken lassen werde.

Bild (unten):
Der Lockdown löst einen nie dagewesenen Kreativ-Schub der Karlsruher Kultur aus / Demnächst: Tindern im Badischen Landesmuseum: Urnendeckelfigur einer vornehmen Etruskerin, 2 Jh. v. Chr. Wer sie "matched" kann einen Dialog mit ihr beginnen. (Quelle: KTG Karlsruhe Tourismus GmbH | Fotograf: ARTIS – Uli Deck)

BU: Tindern im Badischen Landesmuseum (Quelle: KTG Karlsruhe Tourismus GmbH | Fotograf: ARTIS - Uli Deck)
Bild: Tindern im Badischen Landesmuseum (Quelle: KTG Karlsruhe Tourismus GmbH | Fotograf: ARTIS – Uli Deck)

 

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