23. November 2020Autor: eventmasterbook – Magazin (Redaktionsteam)

Event-Psychologie Vier sofort wirksame Erfolgs-Booster für digitale Events

Trotz aller Vorteile – die virtuelle Kommunikation per Bildschirm und Mikrofon bringt auch Risiken mit sich. Doch mit etwas Psychologie lassen sich die Nachteile abfedern. Insgesamt gibt es vier Stellschrauben für mehr Erfolg von digitalen Meetings und Events.

Digitale Events sind in Zeiten von Corona ein Segen für alle Veranstaltungs- und Eventmanager*innen. Via Livestreaming und in virtuellen Meeting- und Show-Rooms können wertvolle Kontakte zu Kunden, Geschäftspartnern und Mitarbeitern auch in Zeiten des Social Distancing aufrecht erhalten bleiben.

Doch die virtuelle Kommunikation per Bildschirm und Mikrofon hat auch Nachteile. So erschwert die fehlende Nähe den Aufbau von Vertrauen und reduziert das Sicherheitsgefühl. Verzögerungen in der Bild-/Ton-Übertragung führen nicht selten dazu, dass Mimik und Gestik nicht mehr richtig interpretiert werden können – es kommt zu Missverständnissen und einem mulmigen Gefühl, ob die vermittelten Inhalte den anderen wirklich erreichen. Insgesamt ist die Aufmerksamkeitsspanne bei virtuellen Events deutlich verkürzt, man kann sich weniger lange auf Vorträge, Diskussionen, Präsentationen oder ein Beratungsgespräch konzentrieren.

Doch mit etwas Psychologie lassen sich diese Nachteile beheben. Insgesamt gibt es vier Stellschrauben für mehr Erfolg von digitalen Meetings und Events:

  1. Gefühl von Sicherheit steigern
  2. Gefühl des Integriert-Seins steigern
  3. Positive Erfahrungen (Erfolgserlebnisse) ermöglichen
  4. Bestätigung des Status / Egos der Teilnehmenden

 

Jeder Eventmanager, der virtuelle Kunden- oder Mitarbeiter-Events plant, sollte sich folgende vier Schlüsselfragen zu stellen:

  1. Wie kann ich den virtuellen Besuchern ein Gefühl von Sicherheit geben?
  2. Wie kann ich die Teilnehmenden optimal integrieren / vernetzen?
  3. Wie kann ich schnell Sympathie aufbauen und positives Erfolgserlebnisse ermöglichen?
  4. Wie kann ich das "Ego" jedes einzelnen virtuellen Besuchers stärken?

 

Zu 1: Sicherheitsbedürfnis

Wichtig ist hier zunächst einmal, dass es eine gut strukturierte Agenda mit klaren Zeitfenstern gibt, ferner klare, einfache Hinweise zu technischen Voraussetzungen, zum Onboarding, ggf. FAQs, Help-Funktionen sowie persönliche Helfer, die bei Problemen via Telefon, E-Mail oder Chat zur Verfügung stehen. Während des Events ist eine gute Moderation essenziell, die auf die Einhaltung des zeitlichen Ablaufs achtet, die Highlights und die "Etikette" in virtuellen Chat- und Class-Rooms erklärt, die nächsten Programmpunkte ankündigt und immer wieder Neugier auf alles, was noch kommt, schürt.

Zu 2: Sehnsucht nach Aktivität und Interaktion

Vor einem virtuellen / digitalen Event ist es wichtig, auf die verschiedenen Interaktionsmöglichkeiten für die Besucher hinzuweisen, z.B. auf Workshops, Umfragen, Gemeinschaftsprojekte etc. Der Besucher darf nicht das Gefühl haben, dass er nur ein anonymer Beobachter der Veranstaltung ist, sondern ein aktiver Teil des Programms. Während des Events ist es wichtig, das Gefühl des Integriert-seins zu stärken, z.B. indem der Moderator einzelne Besucher direkt anspricht, sie nach ihrer Meinung fragt oder ihnen anbietet, eine kleine Work Session zu leiten. Sehr wichtig: Bei der Eventkonzeption sollte man darauf achten, dass das gesamte Eventprogramm deutlich mehr interaktive Programmbausteine vorsieht als es bei einer klassischen Vor-Ort-Veranstaltung üblich und nötig ist.

Zu 3: Sympathie und Erfolgserlebnisse

Virtuelle Business-Events leben von einer sympathischen Moderatoren und Akteuren, die lebendig präsentieren, auf Augenhöhe kommunizieren, humorvoll sind und den Teilnehmer*innen ein gutes Gefühl geben. Ferner braucht es Teilnehmer*innen, die sich gegenseitig wertschätzen und freundlich miteinander umgehen. Dafür benötigt man: a) eine nett, aber bestimmt formulierte Event-Etikette, b) ein sehr gutes Briefing aller Aktiven (Moderatoren, Redner, Künstler etc.) sowie c) ein sympathisches und kompetentes Frontend-Team (z.B. Service-Personal im Live-Chat, Onboarding-Helfer etc.). Ferner ist wichtig, dass jeder Besucher ohne größere technische Störungen an dem Event teilnehmen kann. Ein Technik-Check im Vorfeld des Events ist immer sinnvoll. Besonders positiv bleibt ein virtuelles Event in Erinnerung, wenn es persönliche Erfolgserlebnisse ermöglicht. Team-Challenges oder das Bewerkstelligen eines gemeinsamen, "sinnhaften" Projektes sind nur einige Beispiele, wie dies gelingen kann.

Zu 4: Bestätigung / Ego

Bin ich hier richtig? Diese Frage stellt sich wohl jeder Teilnehmende im Vorfeld eines Events. Daher ist es wichtig, jedem potenziellen Besucher Sicherheit zu geben. Klare Aussagen zum Teilnehmerkreis und zu den Teilnahmevoraussetzungen sind unverzichtbar. Interessenten, die unsicher sind, sollte man persönlich beraten und gemeinsam herausfinden, ob das Event zu ihnen passt. Bei der Eventkonzeption sollte man sich gut überlegen, an wen genau sich die Veranstaltung richtet und dies in der Einladung klar kommunizieren. Eine zu offene Zielgruppendefinition kann echte Profis abschrecken, eine zu exklusive Zielgruppendefinition zahlreiche Besucher vergraulen.

Während des Events ist es dann ebenfalls wichtig, den Besuchern das Gefühl zu geben, dass sie relevant und integriert sind. Q&A Sessions, ferner die Möglichkeit, über einen Eventhashtag Meinungen und eigene Beiträge zu posten, sind fast schon ein "Muss" bei (öffentlichen) virtuellen Events. Virtuelle Workshops in kleinen Gruppen, deren Ergebnisse dann auch Verwendung finden (z.B. im Format eines virtuellen Pinnboards, einem ePaper oder einem digitalen Showroom auf der Event-Website), vermittelt den Besuchern ebenfalls das Gefühl, ein wichtiger Teil des Ganzen zu sein.

Fazit: Wer an den vier psychologischen Stellschrauben dreht, wird ganz sicher mit einem positiven Teilnehmer-Feedback belohnt. (P.S. Alle diese Tipps sind natürlich auch auf Vor-Ort-Events anwendbar und sollten auch hier zum Einsatz kommen.)

(Titelbild: fotolia.com – Adobe Stock – WBP / Nmedia)

 

Kategorie(n):

  • Digitalisierung
  • Eventmanagement

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