Künstliche Intelligenz, Automatisierung und Robotik verändern die Berufswelt derzeit in nahezu allen Wirtschaftsbereichen – auch in der Eventbranche. Was lange als reines "People Business" galt, wird zunehmend von digitalen Prozessen, intelligenten Systemen und datengetriebenen Entscheidungen geprägt. Während einige Tätigkeiten durch KI wegfallen, entstehen gleichzeitig neue Aufgabenprofile. Die EventMasterBook-Redaktion wirft einen Blick in die Zukunft der Eventberufe.
Die Ethik Society, ein Netzwerk für die DACH-Region, das sich unter anderem mit Unternehmensethik beschäftigt, hat jüngst ein Positionspapier zur künftigen Berufswelt veröffentlicht. Darin prognostizieren die Autoren, dass es künftig kaum noch sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse geben wird. Bis zu 80 Prozent der heutigen Jobs könnten wegfallen. "Wir werden eine Disruption erleben wie nie zuvor", mahnen die Autoren Jürgen Linsenmaier, Reiner Huthmacher und Gerald Wood.
Doch betrifft dieser Wandel auch die MICE- und Eventbranche? Die EventMasterBook-Redaktion wagt einen differenzierten Blick auf die Entwicklung der Eventberufe.
Wo Technik übernimmt
Vor allem standardisierte, repetitive und datenbasierte Aufgaben lassen sich zunehmend automatisieren und durch KI unterstützen. Dazu zählen administrative Tätigkeiten wie Teilnehmerregistrierung, Ticketing, Akkreditierung oder Zahlungsabwicklung. KI-gestützte Systeme übernehmen bereits heute an manchen Stellen die automatisierte Kommunikation mit den Event-Teilnehmenden – etwa durch KI-Chatbots für FAQs und Serviceanfragen.
Auch im klassischen Eventmarketing werden imme rmehr Prozesse durch KI gesteuert: Zielgruppenanalysen, personalisierte Einladungen, Social-Media- und E-Mail-Kampagnen lassen sich mithilfe von KI-Tools effizienter realisieren.
Ferner werden in der Eventlogistik verstärkt intelligente Tools zum Einsatz kommen, etwa in der Personaleinsatzplanung, Materialdisposition und Routenoptimierung. Im technischen Bereich werden Auf- und Abbauprozesse, insbesondere bei Großveranstaltungen, zunehmend durch modulare Systeme und Robotik vereinfacht. Automatisierte Licht- und Tonsteuerungen machen das Vor-Ort-Management einfacher.
Ein erstes Fazit: Klassische Assistenzrollen, einfache Sachbearbeitung oder rein operative Koordinationsaufgaben werden im Eventmanagement durch Automatisierung und KI an Bedeutung verlieren. Dies schafft Platz für strategische und kreative Arbeiten sowie für die persönliche Eventbetreuung und Kommunikation.
Berufe, die weiterhin bestehen – und sogar an Bedeutung gewinnen
Trotz aller technologischen Fortschritte bleibt die Eventbranche ein menschenzentriertes Geschäft. Kreative, strategische und soziale Kompetenzen lassen sich nur begrenzt automatisieren. Rollen wie Eventkonzeption, kreative Leitung, Dramaturgie, Storytelling oder Markeninszenierung bleiben fest in menschlicher Hand.
Ebenso unverzichtbar sind Projektleitung, Kundenberatung und Beziehungsmanagement. Vertrauen, Empathie und Verhandlungsgeschick sowie situative Entscheidungen lassen sich nicht durch Algorithmen ersetzen. Auch in der persönlichen Kommunikation – etwa bei der Moderation, in der Künstlerbetreuung oder beim VIP-Management – sind menschliche Präsenz und Kompetenz zentral.
Auch die technischen Berufe verschwinden nicht. Sie verändern sich. Veranstaltungstechniker entwickeln sich imme rmehr zu Operatoren komplexer digitaler Infrastrukturen, die hybride Formate, Streaminglösungen, Interaktionstools und immersive Technologien steuern.
Eventplaner:innen nutzen Künstliche Intelligenz, um neue Erlebniskonzepte zu kreieren und Prozesse zu optimieren. Smarte Sparringspartner wie ChatGPT, Gemini, Copilot & Co. unterstützen die Eventmanager:innen in allen Aufgabenfeldern – von der Ideenfindung, über die Konzeptausarbeitung und das Projektmanagement, bis hin zum Event-Controlling. Die finale Steuerung und Bewertung bleibt jedoch beim Mensch. Weiterbildungen wie das Seminar KI im Eventmanagement der AdCoach Academy helfen Eventverantwortlichen in Unternehmen und Organisationen, die neuen Möglichkeiten durch KI sicher und zielgerichtet einzusetzen.
Neue Event-Berufe durch KI und Digitalisierung
Mit dem technologischen Wandel entstehen in der Eventbranche auch einige neue Berufsbilder. Gefragt sind künftig u. a. Event-Tech-Manager:innen, die digitale Tools, Plattformen und KI-Anwendungen zielgerichtet auswählen, integrieren und steuern können. Datenanalysten für Events werten Besucherströme, Interaktionsraten oder Feedback aus und leiten daraus Optimierungspotenziale für die Konzeption, den Ablauf und die Nachbereitung kommender Veranstaltungen ab.
Darüber hinaus etabliert sich ein neues Aufgabenfeld rund um den gestalterischen und didaktischen Einsatz von KI im Eventkontext. KI-Experience-Designer, die Künstliche Intelligenz nicht nur technisch beherrschen, sondern sie gezielt in Bühnenprogramme, Workshops und interaktive Formate integrieren können, bereichern das Team. Sie verstehen sich darauf, KI-Anwendungen verständlich und sinnvoll in Veranstaltungskonzepte einzubetten – etwa durch Live-Demonstrationen, Co-Creation-Sessions mit dem Publikum oder personalisierte Interaktionsformate. Diese Rolle erfordert eine ausgeprägte Schnittstellenkompetenz: Technologie-Expertise kombiniert mit Event-Dramaturgie, Didaktik und sehr guten Kommunikationsfähigkeiten.
Ergänzend gewinnen Rollen wie Hybrid- und Virtual-Event-Producer, KI-Trainer für Eventanwendungen sowie Ethik- und Datenschutzbeauftragte, die sich um den sicheren Einsatz neuer Technologien bei Events kümmern, an Bedeutung. Im Fokus ihrer Bemühungen stehen hochwertige Nutzererlebnisse, Barrierefreiheit sowie ein verantwortungsvoller Einsatz von KI-Technologien.
Fazit der Redaktion: Die Zukunft der Eventberufe – Wandel statt Wegfall
Die Eventbranche steht vor keinem massiven Jobabbau, sondern vor einem strukturellen Wandel der benötigten Kompetenzen. Routineaufgaben werden zunehmend automatisiert, während konzeptionelle, kreative, technische und soziale Fähigkeiten an Bedeutung gewinnen. Entscheidend für die Beschäftigten ist die Bereitschaft (und die Möglichkeit) zur kontinuierlichen Weiterbildung und zur aktiven Mitgestaltung dieses Wandels.
Die Events der Zukunft werden technologischer, datengetriebener und hybrider – aber sie bleiben Orte der Begegnung, Emotion und Inspiration. Genau dort liegt auch künftig die zentrale Rolle der Menschen, die in der Eventbranche ihre berufliche Zukunft suchen bzw. ihre Karriere hier weiter ausbauen möchten.
Titelbild: Die Zukunft der Eventberufe – Wie KI und Automatisierung die Jobs in der MICE- und Eventbranche verändern (Collage: EventMasterBook.de Reaktion, Fotos: Canva Bildarchiv)

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Zusammenfassung: Künstliche Intelligenz und Automatisierung verändern die Berufe in der Eventbranche grundlegend. Während administrative und repetitive Aufgaben zunehmend automatisiert werden, gewinnen strategische, kreative, technische und soziale Kompetenzen an Bedeutung. Neue Berufsbilder wie Event-Tech-Manager:innen und KI-Experience-Designer entstehen. Die Zukunft der Eventberufe liegt nicht im Wegfall von Jobs, sondern im Wandel der Qualifikationen und der intelligenten Nutzung neuer technologischer Möglichkeiten.







