Bild: ESC 2021 Logo
19. Mai 2021Autor: eventmasterbook – Magazin (Redaktionsteam)

Comeback der Publikums-Events? Warum der Eurovision Song Contest mit Publikum stattfinden kann

Der Eurovision Song Contest (ESC) ist einer der größten Musik-Events weltweit. Als europäischer Lieder-Wettbewerb wurde er am 24.05.1956 ins Leben gerufen, um die Welt 11 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges über eine gemeinsame Musik-Veranstaltung wieder neu zu verbinden. Der ESC findet seitdem jährlich statt. In 2020 musste er wegen der weltweiten Corona-Pandemie abgesagt werden.

In 2021 gibt es den ESC nun zur Freude von Millionen Fans wieder live und mit Publikum. Gestern, am 18. Mai 2021, konnte man in Rotterdam (NL) im ersten der beiden Halbfinale 3.500 fröhlichen Menschen beim Singen, Jubeln und Tanzen zusehen. Ein ungewohntes Bild nach so langer Zeit ohne Live-Shows, in denen ein echtes Publikum den Protagonisten echten Applaus spendet. Die Entscheidung, den ESC 2021 trotz der anhaltenden Pandemie-Problematik live vor Ort mit Publikum ausgetragen, hatte das niederländische Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft Ende April in Den Haag bestätigt.

In den drei Live-Shows und den sechs öffentlichen Proben dürfen nun 20 Prozent der Kapazität der Ahoy Arena in Rotterdam genutzt werden – dies entspricht jeweils 3.500 Zuschauern pro Event. Die Zuschauer müssen sich jedoch nicht, wie vielleicht zunächst vermutet, mit großem Abstand über die gesamte Arena verteilen, sondern dürfen die Musik-Acts auf der Bühne gemeinsam anfeuern.

Was man als TV-Zuschauer nicht sah: Der Veranstaltung ging ein sehr umfangreiches Hygiene- und Sicherheitskonzept voraus. Der ESC in Rotterdam wird 2021 als so genanntes "Fieldlab-Event" ausgetragen. Dies bedeutet, dass die Veranstaltung ein Modelprojekt ist, bei dem wissenschaftlich untersucht wird, wie Großevents unter Pandemiebedingungen künftig ablaufen können.

Um die verschiedenen ESC-Veranstaltungen möglichst sicher zu gestalten, wurden zahlreiche Einschränkungen vor und hinter den Kulissen vorgenommen. So durften sich z.B. nur 500 Journalisten (statt 1.500 Medienvertreter*innen) in diesem Jahr akkreditieren, Proben und Pressekonferenzen wurden erstmalig online zugänglich gemacht. Die Zahl der freiwilligen Helfer wurde auf 650 Personen reduziert. Die Delegationen der Teilnehmer-Länder dürfen nur aus 20 Personen bestehen. Jeder Besucher, und überhaupt jeder, der Zugang zur Ahoy Arena haben will, muss einen aktuellen negativen Corona-Test vorlegen.

Für die Presse, die Volunteers und alle, die zum Arena-Team gehören, wurde ein Corona-Testzelt mit 30 Kabinen aufgebaut. Hier muss sich jeder Akkreditierte mindestens alle 48 Stunden neu testen lassen. Dabei kommt u.a. ein neuartiger Puste-Test zum Einsatz, der basierend auf einer speziellen Atem-Choreografie das Testergebnis bereits nach Sekunden liefert. In den Fällen, in denen dies kein sicheres Testergebnis ergibt, muss ein zusätzlicher Nasenabstrich durchgeführt werden.

Jeder, der in der Arena arbeitet, muss eine FFP2-Maske tragen, wenn er/sie sich frei auf der Fläche bewegen will. Die Delegierten dürfen nur offizielle Transportdienste nutzen, Fahrten per Taxi oder U-Bahn sind nicht erlaubt, ein Stadtbummel oder Gaststättenbesuche sind per se untersagt. Die Künstler der 39 Teilnehmer-Länder begegnen sich nicht bei den sonst üblichen Rahmenprogrammen und gemeinsamen Pressekonferenzen, sondern wenn, dann sehen sie sich nur zufällig, z.B. beim Weg vom Parkplatz ins Testzentrum.

Trotz aller Beschränkungen lieferte das erste Semi-Finale des ESC 2021 sehr schöne Bilder. Die Gemeinschaftlichkeit der 3.500 Besucher*innen, die Live-Musik und die kreativen Bühnen-Performances waren nach so langem "Kultur- und Erlebnis-Fasten" ein Genuss für Augen und Ohren. Mal wieder hat sich gezeigt: Menschen sind soziale Wesen, die ihre Gesundheit und natürlich auch das Leben anderer schützen wollen, aber nicht für unbestimmt lange Zeit im bloßen "Überleben" glücklich sind. Die innere Motivation, das Leben durch Gemeinschaft, Kultur und Freude zu bereichern, ist in jedem tief verwurzelt. Sich des Lebens zu freuen, ist per se kein Widerspruch zu verantwortungsvollem Handeln.

Es wäre perfekt, wenn das Modellprojekt mittels der gewonnen Erkenntnisse dazu beiträgt, dass inspirierende und integrierende Events dieser Art bald wieder ein Comeback feiern könnten – ganz nach dem Motto des diesjährigen ESC "Open Up" (Öffne dich).

Bild: Screenshot der offiziellen ESC-Website mit ESC Logo 2021. Das Logo wurde aus den Farben der Flaggen der Teilnehmerländer kreiert. Es symbolisiert eine Landkarte, auf der alle Teilnehmerländer im musikalischen Zentrum Rotterdam zusammenkommen.

Bild: ESC 2021 Logo
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